Diese wechselseitig voneinander abhängigen Säulen der Kommunalpolitik waren Gegenstand einer Beratung der Kamenzer LINKEN Stadträte mit OB Roland Dantz und Wirtschaftsförderin Doreen-Charlotte Hantschke.
Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung sind der Erhalt der vorhandenen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, um so mehr Steuern einzunehmen. Letzteres leisten für Kamenz im Augenblick zu zwei Dritteln gerade fünf Unternehmen. Es gilt daher, sowohl deren Wachstum zu befördern als auch weitere Betriebe zur Ansiedlung in Kamenz zu gewinnen und der künftigen Wirtschaftentwicklung eine größere Breite zu verleihen.
Jeder Investor sucht sich den für ihn günstigsten Standort aus. Bei solchem Standortvergleich soll Kamenz möglichst oft die Nase vorn haben. Dazu will sich die kommunale Wirtschaftspolitik noch enger mit der Industrie- und Handelskammer, den Banken, Maklern und anderen verbünden. Mit zweckmäßiger Werbung soll die Stadt auch internationalen Unternehmen als attraktiver Wirtschaftsstandort bekannt werden.
Nur wenn die Gesamtheit der Standortbedingungen anziehend gestaltet ist, sind die Wünsche neuer Unternehmen optimal zu erfüllen. Hierzu gehört mehr, als eine diensteifrige behördliche Wirtschaftsförderung: genügend Gewerbeflächen, ein intaktes Verkehrsnetz und Parkmöglichkeiten, leistungsfähige Fachkräfte und Internetversorgung, ein reiches kulturelles Angebot und ein funktionierendes Gesundheitswesen, Kindergärten und Schulen, angemessene Wohnverhältnisse und – nicht zuletzt – eine lebenswerte Innenstadt mit einem ideenreich agierenden Einzelhandel.
Die Gesamtheit der günstigen Bedingungen für Unternehmen entscheiden also auch über die Lebensqualität der Bürger dieser Stadt und damit über die künftige Bevölkerungsentwicklung. Daher gehört die Revitalisierung der Innenstadt zu den Schwerpunkten mittel- bis langfristiger Wirtschaftspolitik. Kamenz soll wieder ein attraktiver Standort für den Einzelhandel werden. Hierfür entsteht in diesem Jahr ein Einzelhandelskonzept. Eine professionelle Forschungseinrichtung arbeitet mit und die Cityinitiative des Einzelhandels. Dafür sind alle Anregungen der Bürger willkommen, auch die pfiffigen Konzepte vergleichbarer Städte.
Angesichte der Vielgestaltigkeit des Themas konzentrierte sich der Gedankenaustausch schließlich auf
Das Zusammenwirken von Stadtverwaltung, Unternehmen und Schulen. Nur wer mutig neue Wege beschreitet, verfügt künftig über die erforderliche Anzahl kluger Fachkräfte. Zu den Anregungen des Abends für die weitere Qualifizierung der Wirtschaftsförderung haben unsere LINKEN Stadträte unter anderem vorgeschlagen, Firmen zu ermuntern, ihren Betrieb von Klassen besichtigen zu lassen und dort auch Elternabende zu organisieren. Haben die Schulen genügend solcher Angebote, werden die Schüler eher ihre Berufswünsche aus der Vielfalt hiesiger Gewerbe ableiten können. Kooperieren größere Unternehmen frühzeitig mit einer Schule, sollte es ab der 7. Klasse möglich sein, den Betrieb für Schüler interessant zu machen und den Unterricht so zu beeinflussen, dass die Schulabgänger den Erwartungen an die Lehrlinge von heute entsprechen.
Günter
„Wir wollen als Stadträte dafür Sorge tragen, dass die vorhandenen
wirtschaftlichen Kräfte als Grundlage für Arbeit und Ausbildung die
bestmöglichen Existenz- und Entwicklungsmöglichkeiten bekommen und damit einen
Beitrag zur weiteren Verringerung der Arbeitslosigkeit in unserer Stadt und für
das wirtschaftliche Wachstum leisten.“
Aus dem Stadtwahlprogramm 2009 – 2014 DIE LINKE. Kamenz